Makuladegeneration - Ursachen, Symptome & Therapie

„Ich habe Makula.“ Diesen Satz hören wir in unserer Praxis häufig. Gemeint ist meist eine Makuladegeneration oder eine andere Erkrankung der Makula. Dass die Makula selbst ein Teil des gesunden Auges ist, wissen viele nicht. Auf dieser Seite erfahren Sie, welche Makulaerkrankungen es gibt, an welchen Symptomen Sie sie erkennen und wie wir sie im Augenzentrum Mayer untersuchen und behandeln.

Was ist die Makula und warum ist sie so wichtig?

Die Makula, auch “gelber Felck” genannt, liegt im hinteren Bereich des Auges und ist der Bereich der Netzhaut mit der höchsten Dichte an Sehzellen. In ihrem Zentrum, der Fovea, entsteht unser schärfstes Sehen. Die Makula ermöglicht uns das Lesen, das Erkennen von Gesichtern und das Wahrnehmen feiner Details.

Schon kleine Veränderungen in diesem sensiblen Bereich können das zentrale Sehvermögen deutlich beeinträchtigen – oft zunächst schleichend und unbemerkt, manchmal aber auch rasch fortschreitend. Zu den häufigsten Makulaerkrankungen zählen die altersabhängige Makuladegeneration (AMD), das diabetische Makulaödem (DMÖ) sowie Makulaödeme infolge von Gefäßverschlüssen der Netzhaut (z. B. Venenastverschluss). Eine frühzeitige Diagnose, etwa mittels OCT und eine gezielte Therapie sind entscheidend, um das Sehvermögen möglichst lange zu erhalten.

Häufige Makulaerkrankungen im Überblick

Trockene Makuladegeneration (trockene AMD)

Die altersabhängige Makuladegeneration (AMD) ist eine chronische Erkrankung der Netzhautmitte und eine häufige Ursache für eine zentrale Sehverschlechterung im Alter. Man unterscheidet zwei Formen, die trockene und die feuchte AMD. 

Die trockene Makuladegeneration ist die häufigere der beiden Formen. Sie entwickelt sich meist über viele Jahre und führt zu einem schleichenden Verlust der Sehkraft.

  • Verlauf: meist langsam fortschreitend
  • Typische Befunde: Drusen (Ablagerungen unter der Netzhaut) und eine Ausdünnung von Netzhautschichten
  • Behandlung: Für die trockene AMD gibt es aktuell keine Spritzentherapie.

Wichtig: Regelmäßige Verlaufskontrollen beim Augenarzt sind bei der trockenen AMD besonders wichtig, damit Veränderungen frühzeitig erkannt werden.

Feuchte Makuladegeneration (feuchte AMD / „feuchte Makula“)

Wie die trockene Form ist auch die feuchte AMD altersbedingt und tritt vor allem im höheren Lebensalter auf. Sie ist seltener als die trockene AMD, verläuft aber deutlich aggressiver. Krankhafte, undichte Blutgefäße wachsen in die Makula ein. Austretende Flüssigkeit oder Blut können die empfindliche Netzhaut innerhalb kurzer Zeit schädigen.

  • Verlauf: Ohne Behandlung droht ein rascher Sehverlust.
  • Diagnostik: OCT zur Einordnung, bei Bedarf eine Fluoreszenzangiographie (FAG) zur Darstellung undichter Gefäße
  • Behandlung: Die Therapie der Wahl ist die IVOM, auch Augenspritze oder Spritze ins Auge genannt.

 

Wichtig: Bei der feuchten AMD ist schnelles Handeln gefragt. Ein frühzeitiger Therapiebeginn und das konsequente Wahrnehmen aller Behandlungstermine sind entscheidend, um das Sehen zu stabilisieren.

Diabetisches Makulaödem (DMÖ)

Das diabetische Makulaödem ist eine Folgeerkrankung bei Diabetes mellitus. Durch den Diabetes werden die feinen Gefäße der Netzhaut geschädigt, Flüssigkeit tritt aus und sammelt sich in der Makula.

  • Ursache: Gefäßschädigung durch Diabetes
  • Typische Beschwerden: verschwommenes Sehen, Kontrastverlust und Störungen im zentralen Sehen
  • Behandlung: Die Therapie richtet sich nach Ursache und Stadium, häufig kommt die IVOM zum Einsatz.

 

Wichtig: Eine frühe Diagnose und eine konsequente Therapie wirken sich positiv auf den Krankheitsverlauf aus. Lassen Sie als Diabetiker Ihre Augen regelmäßig kontrollieren, auch wenn Sie noch keine Beschwerden haben.

Makulaödem nach retinalem Venenverschluss (RVV)

Bei einem retinalen Venenverschluss ist eine Vene der Netzhaut verschlossen. Das kann einen Venenast oder die zentrale Netzhautvene betreffen. Bei einem Venenastverschluss oder Zentralvenenverschluss (retinaler Venenverschluss) kann sich ein Makulaödem entwickeln. Je nach Ausprägung sind medikamentöse Therapien (z. B. IVOM) sinnvoll, um die Flüssigkeit zu reduzieren und das Sehen zu stabilisieren.

  • Entstehung: durch einen Venenast- oder Zentralvenenverschluss
  • Behandlung: je nach Ausprägung medikamentös, zum Beispiel mit der IVOM
  • Ziel der Therapie: die Flüssigkeit in der Makula reduzieren und das Sehen stabilisieren

Symptome: Woran erkenne ich eine Makulaerkrankung?

Eine Makulaerkrankung macht sich meist durch Veränderungen im zentralen Sehen bemerkbar. Typische Symptome sind:

  • Verschwommenes Sehen oder „wie durch einen Schleier“

  • Verzerrtes Sehen (gerade Linien wirken wellig)

  • Schwierigkeiten beim Lesen

  • Grauer/dunkler Fleck im Zentrum des Blickfelds

  • Abnahme von Kontrast und Farben

  • Gesichter werden schlechter erkannt

Wichtig: Das äußere Gesichtsfeld bleibt bei Makulaerkrankungen oft lange erhalten. Viele Betroffene bemerken die Veränderungen deshalb erst spät. Wenn Sie eines dieser Symptome an sich feststellen, vereinbaren Sie bitte zeitnah einen Termin bei uns.

Risikofaktoren für Makulaerkrankungen

Bestimmte Faktoren erhöhen das Risiko für Makulaerkrankungen, insbesondere für die Makuladegeneration (AMD) und für Makulaödeme:

  • Alter (wichtigster Risikofaktor bei AMD)

  • Genetische Veranlagung / familiäre Häufung

  • Rauchen (erhöht das Risiko deutlich)

  • Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen

  • Erhöhte Blutfette

  • Diabetes mellitus (Risikofaktor für diabetisches Makulaödem)

  • Übergewicht und Bewegungsmangel (indirekt über Gefäß- und Stoffwechselrisiken)

  • UV-/Lichtbelastung (als möglicher begünstigender Faktor)

Wenn Risikofaktoren vorliegen, empfehlen wir regelmäßige Kontrollen beim Augenarzt, auch ohne Beschwerden.

Diagnostik: So untersuchen wir die Makula

Für die sichere Diagnose und Verlaufskontrolle sind moderne Verfahren entscheidend. Im Augenzentrum Mayer setzen wir deshalb auf moderne bildgebende Verfahren. Neben der Untersuchung des Augenhintergrunds und, falls nötig, Sehschärfen- und Kontrasttests nutzen wir vor allem diese beiden Methoden:

Fluoreszenzangiographie (FAG)

Macht die Durchblutung der Netzhautgefäße sichtbar. Wir setzen sie ein:

  • bei Verdacht auf eine feuchte AMD
  • zur Darstellung undichter Gefäße
  • zur Abklärung von Durchblutungsstörungen

Optische Kohärenztomographie (OCT)

Hochauflösende Schichtaufnahmen der Netzhaut. So erkennen wir:

  • ob eine feuchte AMD oder ein Makulaödem vorliegt
  • ob sich Flüssigkeit in der Netzhaut befindet
  • ob eine laufende Therapie wirkt

Früherkennung & was Sie selbst tun können

Viele Makulaerkrankungen lassen sich besser behandeln, wenn sie früh erkannt werden. Sie selbst können einiges dazu beitragen:

  • Achten Sie auf Verzerrungen (z. B. beim Lesen, Fliesenfugen, Fensterrahmen)

  • Nutzen Sie bei Bedarf ein Amsler-Gitter (Selbsttest)

  • Lassen Sie Risikofaktoren behandeln (Blutdruck, Blutzucker, Blutfette)

  • Nicht rauchen (einer der wichtigsten beeinflussbaren Faktoren)

  • Regelmäßige Augenkontrollen, insbesondere ab höherem Alter oder bei Diabetes

Amsler-Gitter-Test

Ein einfaches Raster mit einem Punkt in der Mitte. Wirken Linien wellig, verzerrt oder fehlen Bereiche, kann das ein Hinweis auf eine Makulaerkrankung sein.

Verlauf & Prognose von Makulaerkrankungen

Makulaerkrankungen sind meist chronisch, lassen sich heute aber häufig gut behandelbar. Der Verlauf hängt stark von der jeweiligen Erkrankung ab. Die trockene Makuladegeneration schreitet in der Regel langsam über viele Jahre fort. Die feuchte Makuladegeneration kann dagegen innerhalb kurzer Zeit zu einem deutlichen Verlust der Sehkraft führen. Auch beim diabetischen Makulaödem und beim Makulaödem nach einem Venenverschluss kann sich das Sehen ohne Behandlung weiter verschlechtern.

Wie sich die Erkrankung entwickelt, hängt vor allem von drei Fraktoren ab:

  • Frühe Diagnose: Je früher eine Makulaerkrankung erkannt wird, desto besser lässt sich der Verlauf beeinflussen. Achten Sie deshalb auf erste Symptome wie verzerrtes oder verschwommenes Sehen.

  • konsequente Verlaufskontrollen (OCT): Regelmäßige OCT-Untersuchungen zeigen, wie sich die Makula entwickelt und ob eine Behandlung angepasst werden muss.

  • Therapietreue: Besonders bei der feuchten AMD und der IVOM-Behandlung (Augenspritze) ist es wichtig, alle Termine der Behandlungsserie wahrzunehmen.

Bei der feuchten Makuladegeneration kann eine rechtzeitige IVOM-Therapie das Sehvermögen oft stabilisieren und in manchen Fällen verbessern.

Behandlung: Welche Therapien gibt es?

Viele Makulaerkrankungen lassen sich heute gezielt behandeln. Welche Therapie für Sie die richtige ist, besprechen wir nach einer gründlichen Untersuchung ganz persönlich mit Ihnen. Entscheidend sind dabei die Art der Erkrankung, ihr Stadium und der bisherige Verlauf.

Bei der trockenen Makuladegeneration begleiten wir Sie mit regelmäßigen Kontrollen und behalten Ihre Makula genau im Blick. Bei der feuchten Makuladegeneration, dem diabetischen Makulaödem und dem Makulaödem nach Venenverschluss setzen wir häufig auf eine bewährte Therapie: die IVOM.

IVOM: Die Augenspritze bei feuchter Makula

Mit der IVOM gelangt ein Medikament direkt dorthin, wo es wirken soll: an die Netzhaut. Es hemmt das krankhafte Gefäßwachstum und reduziert die Flüssigkeit in der Makula.

Anmeldung der Augenpraxis Augenzentrum Mayer in Rottach-Egern

Im Augenzentrum Mayer führen unsere erfahrenen Augenchirurgen die IVOM regelmäßig an beiden Standorten durch, in Holzkirchen und in Rottach-Egern.

Diagnostik, Behandlung und Nachsorge erhalten Sie bei uns aus einer Hand.

Häufige Fragen zu Makulaerkrankungen (FAQ)

Was ist der Unterschied zwischen feuchter und trockener Makuladegeneration?

Die trockene Makuladegeneration ist die häufigere Form. Sie verläuft meist langsam und führt zu einem schleichenden Verlust der Sehkraft. Die feuchte Makuladegeneration ist seltener, verläuft aber deutlich aggressiver. Dabei wachsen neue, undichte Gefäße unter oder in die Netzhaut ein, aus denen Flüssigkeit austritt. Unbehandelt kann das schnell zu einem Sehverlust führen. Deshalb ist bei der feuchten Form ein frühzeitiger Therapiebeginn besonders wichtig.

Die feuchte Makuladegeneration ist nicht heilbar, kann aber mit einer IVOM-Therapie (Augenspritze) gut behandelt werden. Ziel der Behandlung ist es, das Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten und die vorhandene Sehkraft möglichst langfristig zu erhalten. Entscheidend dafür sind ein früher Behandlungsbeginn und regelmäßige Kontrollen beim Augenarzt.

Als Augeninfarkt bezeichnet man umgangssprachlich den Verschluss eines Blutgefäßes in der Netzhaut. Ist eine Netzhautvene betroffen, spricht man von einem Venenverschluss oder auch einer Augenthrombose. Das Blut kann dann nicht mehr richtig abfließen. Es kommt zu Flüssigkeitseinlagerungen in der Makula und zu Sehstörungen. Die Behandlung erfolgt häufig mit einer IVOM, um die Flüssigkeit zu reduzieren und das Sehen zu stabilisieren.

Ein erhöhtes Risiko für ein diabetisches Makulaödem haben Menschen mit Diabetes mellitus, insbesondere bei schlecht eingestellten Blutzuckerwerten. Auch Bluthochdruck, erhöhte Blutfette und eine lange Krankheitsdauer erhöhen das Risiko. Wir empfehlen Diabetikern deshalb regelmäßige augenärztliche Kontrollen, auch wenn noch keine Beschwerden bestehen.

Typische Anzeichen einer Makulaerkrankung sind verzerrtes Sehen, verschwommene Sicht oder dunkle Flecken im Zentrum des Blickfelds. Oft wirken gerade Linien, zum Beispiel Fliesenfugen oder Fensterrahmen, plötzlich wellig. Mit dem Amsler-Gitter können Sie Ihr Sehen zu Hause einfach selbst prüfen. Regelmäßige augenärztliche Kontrollen helfen zusätzlich, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig zu behandeln.