Fehlsichtigkeit: Sehfehler und ihre Korrektur

Was versteht man unter Sehfehlern?

Zu den häufigsten Sehproblemen zählen Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Hornhautverkrümmung und Alterssichtigkeit. Bei diesen Zuständen ist das System im Auge, das das Licht bündelt und auf die Netzhaut fokussiert, gestört. Das führt dazu, dass das Sehen unscharf oder verzerrt erscheint.

Wie entstehen diese Sehfehler?

Mehr als die Hälfte der Bevölkerung in Deutschland ist von einer Fehlsichtigkeit betroffen. Das Problem liegt darin, dass die Länge des Auges nicht optimal mit seiner Fähigkeit zur Lichtbrechung übereinstimmt. Das Licht, das ins Auge fällt, wird entweder vor oder hinter der Netzhaut gebündelt, was das Bild unscharf erscheinen lässt. Die meisten dieser Sehfehler entwickeln sich im Laufe des Lebens, doch die Veranlagung dazu ist bereits bei der Geburt genetisch festgelegt.

Was kann man gegen Fehlsichtigkeiten tun?

Fehlsichtigkeiten können durch das Tragen einer Brille oder Kontaktlinsen ausgeglichen werden. Unsere Augenärzte, Optiker und ggf. unsere Orthoptistin klären Refraktionsfehler ab, führen Brillenglasbestimmungen durch und bieten die Anpassung von Kinderbrillen und Prismenbrillen an.

Zusätzlich besteht für erwachsene Patienten die Möglichkeit, diese Sehfehler durch Laserbehandlungen  oder durch den Austausch der natürlichen Linse gegen eine Kunstlinse zu korrigieren (Clear-Lens-Exchange oder Katarakt-Operation).

Sieht Ihr Kind schlecht?

Haben Sie Bedenken, dass Ihr Kind möglicherweise schlecht sieht? In den letzten zwei Jahrzehnten ist die Anzahl der Menschen mit Kurzsichtigkeit (Myopie) deutlich gestiegen. Es wird geschätzt, dass etwa 35% der Kinder in Deutschland davon betroffen sind.

Wir bieten Ihnen und Ihrem Kind eine eigene Kindersprechstunde mit einem auf Kinderaugen spezialisierten Team an.

Welche Arten von Sehfehlern gibt es?

Kurzsichtigkeit (Myopie)

Hierbei ist die Brechkraft des Auges zu stark oder das Auge ist länger als üblich. Das Licht wird vor der Netzhaut gebündelt, was dazu führt, dass nahe Objekte scharf gesehen werden, während entfernte Gegenstände verschwommen erscheinen. Diese Fehlsichtigkeit wird meist mit Minusgläsern korrigiert.

Alterssichtigkeit (Presbiopie)

Was passiert, wenn man im Alter Schwierigkeiten beim Sehen in der Nähe bekommt? Dieser Zustand, der auch als Altersweitsichtigkeit bekannt ist, tritt meistens zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr auf und betrifft viele Menschen. Anfangs fällt es den Betroffenen vor allem bei schlechten Lichtverhältnissen oder am Abend schwer, Dinge in der Nähe klar zu erkennen. Mit fortschreitender Entwicklung wird es auch schwieriger, zwischen Nah- und Fernsicht zu wechseln, was manchmal dazu führt, dass auch die Sicht in die Ferne schlechter wird. Es handelt sich dabei nicht um eine Krankheit, sondern um eine natürliche Veränderung des Auges im Laufe des Lebens. Der Grund dafür ist, dass die Linse im Auge an Flexibilität und Elastizität verliert. Dieser Prozess endet meist im Alter zwischen 60 und 65 Jahren und bleibt danach relativ konstant. Zur Behandlung können zunächst Brillen wie Lesebrillen oder Gleitsichtbrillen genutzt werden. Alternativ gibt es auch Kontaktlinsen mit mehreren Stärken oder operative Eingriffe.

Weitsichtigkeit (Hyperopie)

Weitsichtigkeit, auch Hyperopie genannt, ist eine häufige Fehlsichtigkeit, bei der die Brechkraft des Auges zu schwach ist oder das Auge kürzer als normal ist. Dadurch wird das Licht hinter der Netzhaut gebündelt, was das Sehen in der Ferne und in der Nähe erschwert. Besonders bei Kindern kann das Auge durch Muskelanstrengung (Akkommodation) einen gewissen Ausgleich leisten. In der Regel wird Weitsichtigkeit mit Brillen mit Plusgläsern oder Kontaktlinsen. Während man in der Ferne meist klar sieht, fällt es schwer, Objekte in der Nähe zu fokussieren. Mit zunehmendem Alter kann sich die Situation verschlechtern, und bei starker Hyperopie sind sogar Objekte in beliebiger Entfernung schwer erkennbar.

Hornhautverkrümmung (Astigmatismus)

Hier ist die Hornhaut ungleichmäßig gekrümmt, was zu verzerrtem Sehen führt. Oft tritt diese Form zusammen mit Kurz- oder Weitsichtigkeit auf. Die Korrektur erfolgt durch zylindrische Gläser, die auf eine bestimmte Achslage eingestellt sind.